Wappen tiftlingerodeTiftlingerode 

e-Mail
13. Dezember 18.30 Uhr Alter Kirchplatz
Gemütliches Treffen am Bürgerbaum Grillen mit der Feuerwehr
12. Dezember Sparkasse Duderstadt
Besuch der Kolpingfamilie bei der Sparkasse Duderstadt
19. Dezember 20.00 Uhr Bürgerhaus
Skat und Knobelabend des VfB Tiftlingerode

Kulturtage mit dem Jungen Theater

„Bei weniger als 1500 Einwohnern der beiden Dörfer ist es erstaunlich, wie viele Kunst schaffende Menschen es hier gibt.“ Mit der Künstlerkolonie Worpswede verglich er die kreative Gemeinschaft der beiden Eichsfelder Nachbarorte.

Riethig war neben Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) Schirmherr der gemeinsamen Kulturtage von Tiftlingerode und Immingerode, die am Freitagabend mit einem Konzert in der Immingeröder Kirche St. Johannes Baptist eröffnet wurden. Die Ortsbürgermeister Gerd Goebel und Stefan Stollberg (beide CDU) begrüßten die Gäste im vollbesetzten Gotteshaus, bevor der ebenfalls aus Mitgliedern beider Dörfer bestehende Gesangverein ein hohes musikalisches Niveau mit mehrstimmigen Kirchenliedern und alten Schlagern  bewies.

Lieselotte Zinke vertrat den Dirigenten Jens Gressler. „Unser Chorleiter hat hohe Ansprüche und schult auch unsere Stimmen“, erklärte die Vorsitzende Regina Gehrt. Dass das Repertoire des Chores auch ganz andere Bereiche erfüllt, zeigten die Sänger am Sonnabend in der Turnhalle der St.-Nikolaus-Grundschule, wo altdeutsches Liedgut und neuere Schlager vorgetragen wurden. Nur das russiche Lied „Tebje pojem“ (O Herr, gib Frieden) wurde an beiden Tagen gesungen. „Bei all den Kriegsnachrichten ist uns das besonders  wichtig“, sagte die Vorsitzende.

„Ein Spiegelbild des künstlerischen Eigenlebens in den beiden Dörfern“

Kunstgeschichtliche Besonderheiten der Immingeröder Kirche erläuterte der Ortsheimatpfleger Bernhard Klingebiel ebenfalls am Freitagabend: Das Schicksal der Glocken, die in beiden Weltkriegen zu Gewehrkugeln eingeschmolzen wurden, weckte ebensolches Interesse wie die Frage, woher wohl die „Schöne Maria“ stamme. Die kleine mit Gold überzogene Statue der Gottesmutter aus dem 15. Jahrhundert ist nämlich deutlich älter als die um 1718 erbaute Kirche.  Werke an der Orgel von Beethoven, Albert Ellmenreich oder Johann Ludwig Krebs präsentierte der aus Seulingen stammende Immingeröder Organist Christian Stollberg, bevor Künstler und Gäste sich in der Mehrzweckhalle zum lockeren Austausch trafen.

„An der Wümme bei Worpswede“ heißt ein Ölbild des Eichsfelder Malers Richard Iseke – wieder ein Bezug zur Künstlerkolonie im nördlichen Niedersachsen. Zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend im Tiftlingeröder Pfarrheim waren die Werke von 15 heimischen Künstlern zu sehen: Malereien, Aquarelle, Kollagen, Tiffany-Arbeiten, Schnitz- und Stickkunst mit Motiven aus der Heimat, Porträts oder abstrakten Formen wurden präsentiert. Stefan Stollberg lobte das rege Interesse der etwa 150 Gäste. „Die Ausstellung ist ein Spiegelbild des künstlerischen Eigenlebens in den beiden Dörfern“, stellte Goebel bei seiner Begrüßungsansprache fest. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von den Gitarrenklängen der Jugendmusikschule des Landkreises Göttingen unter der Leitung von Jan Görsmann.

Mit Tanz und Musik ging es auch im Abendprogramm weiter. Nach den Auftritten des Schulchores und der Tanzgruppe der St.-Nikolaus-Grundschule hatten Karsten Zinser mit Liedern des französischen Chansonniers Jacques Brel und der Pianist Tobias Schwenke, beide vom Jungen Theater Göttingen, keinen leichten Stand. Die funktionale Sporthallenbeleuchtung, eine nicht ganz einfache Akustik und unternehmungslustige Gäste vor der Bühne ließen die musikalische Reise ins Paris der 50er und 60er Jahre mit Themen wie Liebe und Verlust etwas schleppend beginnen. Dennoch gelang es den beiden Musikern mit viel Gefühl und Professionalität, die nüchterne Halle mit französischem Lebensgefühl zu erwärmen. Das Publikum auf den Bänken dankte mit tosendem Applaus.